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Okto - Partizipatives Fernsehen

November 11th, 2007

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Wer bist du und was hast du mit Okto zu tun?
Mein Name ist Georg Lindner, ich leite bei Okto den Schulungsbereich. Meine grundlegenden Aufgaben sind das Entwickeln von neuen Workshopideen und das Organisieren von Workshops, oder wie man es auch nennt, das „Mediale Enpowerment“.

Seit wann gibt’s euch?
Okto wird in den nächsten zwei Wochen zwei Jahre alt. Das ist auch ein Datum, das wir gebührend feiern werden, mit einem Mediensymposium und auch mit einer Party, wie es sich für einen Geburtstag gehört.

Warum sollte es Okto geben?
Okto hätte es eigentlich schon viel länger geben müssen, nur hecheln wir in Österreich im Bereich der Medien anderen Ländern immer Jahre, wenn nicht Jahrzehnte hinterher. Aber wir sind froh, dass es uns schon seit zwei Jahren gibt.

Welchen Bereich fördert Okto?
Wenn man es ganz simpel formulieren will, das gehört werden können und das gesehen werden können. Wir fördern verschiedene Gruppen, die vom öffentlich-rechtlichen Fernsehen, oder von privaten Fernsehanstalten in ihrem Informationsbedürfnis nicht bedient werden und Gruppen und Individuen, die keine Möglichkeit bekommen, ihre Anliegen medial zu vertreten. Für die ist Okto eine Plattform.

Wie kann ich eine Sendung bei euch machen?
Also das wichtigste bei jeder kreativen Tätigkeit ist, dass man eine Idee hat. Und wenn man eine gute Idee hat, dann kommt man mal zu Okto und informiert sich auf einem Infoabend über den Sender und über seine Position in der österreichischen Medienlandschaft. Dabei kommt man dann schon ins Gespräch mit unseren Verantwortlichen aus dem Programmteam, stellt ihnen die Idee vor und bekommt dann gleich Tipps und Tricks wie man das Konzept noch besser formulieren kann. Dann gibt’s einen Basiskurs, der aus zwei wesentlichen Teilen besteht. Einen Teil zu Medien- und Urheberrecht, der ganz wichtig ist, und im zweiten Teil beschäftigt man sich mit den Grundlagen von Kamera, Ton und Schnitt. Den Kurs besucht man und ab dann hat man eigentlich die Berechtigung sich Okto - Equipment auszuborgen. Dann dreht man eine Nullnummer, die dann noch mal mit dem Programmteam besprochen wird, und wenn dann alles passt, geht’s an die Gestaltung der Sendung. Das sind die wesentlichen Bausteine hin zu einer eigenen Sendung.

Gibt’s auch noch andere Möglichkeiten für Jugendliche bei euch etwas zu machen?
Also abgesehen davon, dass sich Jugendliche zu einer kleinen Redaktion zusammen finden, eine Idee haben und dann eine Sendung gestalten, können sie natürlich bei anderen Sendungen mitarbeiten, zum Beispiel bei Studioproduktionen im technischen Bereich. Wir haben auch Praktikumsplätze, im Moment nur mit der kleinen Einschränkung, dass das Praktikum mindestens vier Wochen dauern sollte. Da es sonst mit dem Vermitteln von Kompetenzen schwierig wird. Aber gerade im Sommer haben wir in fast jedem Bereich Praktikanten und Praktikantinnen und man muss auch dazu sagen, dass es ohne diese fast nicht gehen würde. Die leisten einen ungemein wichtigen Dienst. Kriegen dabei aber auch sehr viel mit, weil sie in sehr viele Bereiche hineinschnuppern können.

Und wer macht bei Okto was? Wie hält sich da die Waage zwischen Ehrenamtlichen und Angestellten?
Die Waage zwischen Ehrenamtlichen und Angestellten gibt’s nicht. Weil wir mittlerweile glaub‘ ich 500 ehrenamtliche Fernsehmacher und Fernsehmacerinnen haben und dagegen 21 angestellte Personen.

Was ist denn so die nächste große Veranstaltung von Okto?
Zu unserem Geburtstag wird es zwei große Veranstaltungen geben. Zum einem am 16. November im Museumsquartier ein Symposium zum Thema „Vielfalt ist mehr wert“, zum anderen am 28. November im Club Ost unsere Geburtstagsparty. Mehr Infos dazu gibt es auf www.okto.tv. Auf der Homepage findet ihr auch Trailer zu unserer 2-Jahres-Feier, die Medienmacher und Medienmacherinnen von Okto produziert haben. Ihr könnt für den besten Trailer voten und es wird einen Gewinner geben.

Warum macht Okto bei Codex mit?
Weil, sowohl die Zielgruppe der Jugendlichen, als auch das Thema Medienethik medial unterrepräsentiert sind. Weil es ein extrem wichtiges Thema ist und es von Anfang an, für mich zumindest, eine Möglichkeit war, einen Anstoß für eine weitere Beschäftigung und weitere Projekte zu geben.

Und wo ist Okto aktiv?
Wir sind eigentlich überall aktiv. Im Community Enpowerment, im Bereich von EU-Projekten, in der Vernetzung von offenen Kanälen in Europa und teilweise auch im Bereich der Forschung. Also ein sehr vielfältiges Spektrum, auf mehreren Ebenen, sozusagen vom Mensch bis zur Maschine.

Worauf ist Okto besonders stolz?
Das es Okto gibt. Auf das Kollektiv aus Freiwilligen und Angestellten, das sehr viele Schwierigkeiten gemeinsam löst und, dass wir eigentlich ein so schwieriges Projekt, wie eine Fernsehstation am laufen halten und trotzdem noch genug Energien haben, andere Projekt und kreative Sachen im Bereich der Medien durchzuführen.

Und dann noch eine abschließende Frage. Was würde dir brennend auf der Zunge liegen, wenn du über Okto berichten müsstest?
Wie schafft ihr es mit so wenig Geld auszukommen?

Danke für das Interview!!!

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