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Paragraph 10 Pressekodex

November 10th, 2007

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Um 10 Uhr war Treffpunkt bei okto. Georg, TV-Workshopleiter und seit drei Monaten Mitarbeiter bei okto, er ist für die Tontechnik und Schulungen verantwortlich. Er zeigte den Teilnehmern einen Teil der Räumlichkeiten und stellte uns Thomas vor, der sich um die Schulungen und um die Produktionsleitung bei okto kümmert.

In einer Gesprächsrunde im Studio unterhielten wir uns dann über Ethik im TV (national und auch international), was uns stört, aufregt, belustigt und auch ängstigt. Über unsere Fernsehgewohnheiten und Vorlieben sprachen wir ebenso wie über den 11.September, Kriegsberichterstattung, Nachrichten zwischen Fakten und Wirklichkeitskonstruktion, Big Brother, Talk Shows und Konsorten. In diesem Kontext fielen auch Begriffe wie Infotainment und der für die meisten neue Begriff Tittytainment, der für sexistische und herabwürdigende Darstellung von Menschen im TV benutzt wird. Auch gingen wir den bis 1999 zumindest noch teilweise beachteten Ehrenkodex des bis zu dieser Zeit noch existierenden österreichischen Presserates durch. Diesen nahmen wir als Grundlage für die Ausarbeitung eines besseren Kodex’.

Wir sind nicht „nur“ zum Reden, sondern auch dazu gekommen, ein „Produkt“ für die Pressekonferenz für diesen Montag zu produzieren. Dazu war ein gemeinsames Brainstorming für die Themenfindung nötig. Zusammengefasst kann man sagen, dass wir auf die Hauptthemen Darstellung von Krieg, die zu starke Verbindung des ORF zur Politik, die teilweise stupide Berichterstattung über Jugendliche, die Unwichtigkeit von Gewinnsendungen (wie beispielsweise auf ATV), die unpassende audiovisuelle Komposition im TV und unerträgliche Sitcoms kamen. Wir setzten uns zum Ziel diese Themen in einer TV-Produktion unter dem Titel „Das zehnte (An)Gebot“ zu verwirklichen. Mit dem zehnten (An)Gebot wollten wir auf die biblischen Gebote (die ja unbestreitbar, auch von atheistischer Sichtweise aus, das Zusammenleben erleichtern und verbessern) anspielen; die Zahl zehn wurde deshalb gewählt, weil der ehemalige Ehrenkodex neun Paragraphen hatte und wir somit den zehnten schaffen wollten.

Vier Beiträge in Form eines ZIB-Berichtes wurden von uns geplant, vorbereitet und von den zwei zur Verfügung stehenden Kameras festgehalten. Die Teilnehmer, die gerade nicht vor der Kamera standen, standen dahinter oder kümmerten sich um den Ton.
Der erste Beitrag stellte zwei (frei erfundene) neue Jugendgruppen vor. Hintergrundgedanke war, die Diskussionen über Emos auf die Schaufel zu nehmen.
Danach war eine Quizshow der etwas anderen Art dran: „Bei unserem heutigen Gewinnspiel ist ein Fernsehsender gesucht. Welcher Fernsehsender wird mit Werbung und Einschaltquoten assoziiert? ( Das dreistellige zu suchende Wort begann mit O und hörte mit F auf) Rufen Sie an, die Leitungen sind frei!“.
Danach kam ein Börsenbericht, der die ORF-Ethikaktie unter die Lupe nahm. Die Einbrüche des Kurses seit der ORF-Reform 2001 der blau-schwarzen Regierung. Aber auch ernüchternde „Ereignisse“, wie etwa die Ausstrahlung von „Mitten im Achten“, haben die Ethikaktie stetig fallen lassen – bis in den negativen Bereich.
Zu guter Letzt folgten noch die Meldungen des Tages: Der tragische tödliche Unfall der Textbauchbinde war ebenso Thema wie…
Ich verrate schon zu viel. Seht euch diesen kreativen, kritischen und vor allem witzigen Film am Montag bei der Pressekonferenz an; vielleicht wird er danach auch ins Internet gestellt. Not to be missed!

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